Ergänzende Unterlagen…

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Nachdem ich in meinem Blog „Optische Kohärenztomografie (OCT)“ über die ausbleibende Kostenübernahme meiner Krankenkasse berichtet habe hat sich noch einmal einiges getan.

Am 13. Juli veröffentlichte der David Wegener, der KV Guru, meinen Blog als Titelthema in seinem Online-Paper #DreiKlassenMedizin. Ich selbst hatte meinen Blog noch am 12. Juli auf der Facebook-Fanpage der BIG direkt verlinkt. Das plötzliche Interesse an meinem „Fall“ blieb somit auch von der BIG direkt nicht unbemerkt und zeigte Wirkung:

Bereits am Vormittag des 13. Juli erhielt ich als Reaktion auf meinen Blog einen Anruf meiner Sachbearbeiterin aus Dortmund. Ich solle doch bitte ein ärtzliches Attest nachreichen und die entsprechende Rechnung im Original zur Verfügung stellen. Man will den Sachverhalt also erneut prüfen!? Vielleicht gibt es ja doch eine Möglichkeit im individuellen Bedarfsfall einmal von der 08/15-Katalogisierung abzuweichen. Eigentlich schade, dass das Ganze nicht schon früher funktioniert hat, denn das hätte vielen Menschen eine Menge Arbeit ersparen können. So musste sich aber wenigestens niemand über aktuten Arbeitsmangel beschweren: weder die Sachbearbeiter und die Social Media Manager bei der BIG Direkt, noch der Augenarzt und seine Mitarbeiter sowie Sprechstundenhilfen und natürlich auch ich selbst nicht.

Ob mein Konto in den nächsten Tagen dann tatsächlich 73,44 € im Haben ausweist werden wir sehen. Ich werde das Thema mit Sicherheit noch einmal aufgreifen…

Optische Kohärenztomografie (OCT)

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Ich möchte Euch meine kleine Anekdote aus dem Haus der Kuriositäten nicht vorenthalten. Ich kann gerade selbst noch nicht eindeutig einordnen, ob ich erbost oder eher amüsiert sein soll über das, was ich gerade telefonisch von meiner Krankenkasse mitgeteilt bekam. Aber an dieser Stelle einfach mal die ganze Geschichte:
Als Typ I Diabetiker nehme ich an einem systematischen Behandlungsprogramm für chronisch kranke Menschen, einem sog. Disease-Management-Programm(DMP) teil. Zu den Zielen solcher DMP zählen unter anderem:
  • gut abgestimmte, kontinuierliche Betreuung und Behandlung von Patienten, die unter chronischen Krankheiten leiden
  • Risikominderung von Folgeerkrankungen
  • koordinierte Zusammenarbeit von Haus- und Fachärzten sowie Krankenhäusern, Apotheken und Reha-Einrichtungen
  • Abstimmung der Therapieschritte nach wissenschaftlich gesichertem medizinischen Wissensstand (Evidenzbasierte Medizin)
  • Senkung der mittel- bis langfristigen Leistungsausgaben der Krankenkassen
Daher werden in regelmäßigen Abständen Vorsorgeuntersuchungen durchgeführt um mögliche Folgeerkrankungen frühzeitig zu erkennen und entsprechend behandeln zu können. Teil der Vorsorgeuntersuchungen für Diabetiker ist auch die Untersuchung des Augenhintergrunds. In der Regel geschieht dies mit Hilfe von gespritzten Kontrastmitteln. Rund 0,0001 % der Menschen reagieren mit schweren, allergischen Reaktionen auf diese Kontrastmittel. Nachdem ich bei meiner letzten Untersuchung vor gut einem Jahr in der Augenarztpraxis kollabiert bin war klar: ich bin Einer von Hunderttausend! 
Mit einem Anti-Allergikum konnte mir schnell geholfen werden – mit der Folge, dass ich 16 Stunden am Stück geschlafen hab und mir die Sache mehrfach durch den Kopf gehen lassen musste. Ich muss an dieser Stelle wohl nicht weiter erläutern, was das heißt!?
Heute ist allerdings klar: ein Allergiker muss diese Tortur nicht mitmachen, denn eine neue Behandlungsmethode gibt nicht nur die Möglichkeit den Augenhintergrund genau zu betrachten, sondern bietet darüber hinaus eine Mehrschichtaufnahme des Auges. Die Lösung des Problems lautet: optische Kohärenztomografie (OCT). Der Haken an der Geschichte ist allerdings, dass die OCT, wie viele andere aktuelle und wichtige Errungenschaften der Medizin, nicht im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen aufgeführt ist. In meinem Fall hatte ich jedoch auf eine begründete Ausnahme gehofft, da die herkömmliche angewandte Methode ja bekannter Maßen zu einer allergischen Reaktion führt. Aber NEIN, auch unter den besonderen Voraussetzungen übernimmt die BIG direkt Gesundheit die Behandlungskosten i. H. v. 73,44 € nicht.
Offenbar soll ich mich beim nächsten Augenartzbesuch wieder der herkömmlichen Behandlungsmethode unterziehen, denn „das Antiallergikum ist im Leistungskatalog enthalten“. Hört hört: die BIG direkt Gesundheit zahlt also lieber das Anti-Allergikum und nimmt die Beeinträchtigung von Leib und Leben billigend in Kauf, weil alles andere zwar medizinisch sinnvoll ist, aber nicht im Katalog enthalten ist!?
Bleibt nur zu hoffen, dass es bei der nächsten Behandlung in einem Jahr tatsächlich wieder mit einer Spritze, ein wenig Erbrochenem und jeder Menge Schlaf getan ist – falls nicht, hat die Krankenkasse dann hoffentlich schon eine vernünftige Erklärung in der Schreibtischschublade… (rs)