Meditation zur Mediation

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Eine festgefahrene Situation mit spürbaren Konflikten auf sachlicher und/oder auf persönlicher Ebene erfordert Fingespitzengefühl. Immer dann, wenn eine weitere Zusammenarbeit unausweichlich ist kann eine Mediation hilfreich sein, um dauerhaft konstruktiv zu Ergebnissen zu kommen. In einem strukturierten Prozess wird mittels einer unabhängigen, obektiven und allparteilichen Person – dem sog. Mediator – an einer gemeinsamen Lösung des Konflikts gearbeitet. Dabei gibt der Mediator keinen bestimmten Lösungsansatz vor, sondern unterstützt die Konfliktparteien lediglich bei der Erarbeitung gemeinsamer Lösungsstrategien. Ich selbst habe entsprechende Verfahren im Rahmen meiner beruflichen Tätigkeit kennen und schätzen gelernt.

Als die +Piratenpartei Münster nach einem offenen Konflikt in verschiedenen Bereichen des Kreisverbands einen solchen Mediationsprozess einleitet, sehe ich der Initiative sehr optimistisch entgegen. Hatte man sich doch endlich offene und/oder verborgene Konflikte eingestanden und sucht nun gemeinsam nach konstruktiven Lösungen. Während ich mich Ende Oktober selbst noch als Mediator angeboten hatte, ist es mir zu diesem Zeitpunkt, aufgrund der inhaltlichen Beteiligung, längst nicht mehr möglich als objektiver Streitschlichter zu fungieren. Um so schöner, dass die PIRATEN selbst auf übergeordneter Ebene Mediatoren anbieten.

Am 15. Dezember 2012 findet also der erste Termin zur Mediation statt. Leider können nicht alle Beteiligten teilnehmen. Das ist zwar unglücklich, aber da es in den ersten Phasen einer Mediation in erster Linie darum geht, einen potenziellen Mediator kennen zu lernen und zu klären ob sich beide Seiten eine Zusammenarbeit vorstellen können, ist das an dieser Stelle sicher nicht weiter kritisch. Mittlerweile liegt dieser Termin allerdings neun Wochen zurück und was haben wir seitdem von der Mediation gehört: Nichts!

Selbstverständlich: eine Mediation erfolgt vertraulich! Schließlich ist Vertraulichkeit einer der wichtigsten Grundsätze einer Mediation. Wir sprechen an dieser Stelle aber nicht von den Inhalten des Prozesses. Stattdessen geht es einzig und allein um den Fortschritt der Mediation. Bei der Komplexität und der Anzahl der beteiligten PIRATEN in Münster ist jedenfalls davon auszugehen, dass ein Mediationsprozess nicht nach zwei Stunden abgeschlossen sein kann.

Am 13. Februar frage ich auf der Mailingliste der +Piratenpartei Münster: „Was ist eigentlich aus dem Mediationsprozess geworden?“ Nachdem zwei Monate nichts von der Mediation zu hören war, ist damit wohl auch ein zweiter Mediationsgrundsatz in Frage gestellt: die Selbstverantwortung! Oder liegt die eigene Verantwortung eher darin, die Notwendigkeit des Prozesses zu relativieren?

Im schlimmsten Fall liegt eine verheerende Verwechselung von Begrifflichkeiten vor. Die PIRATEN haben doch nicht etwa mit einer Meditation begonnen und hüllen sich im Rahmen ihrer spirituellen Konzentrationsübungen in Schweigen? AUFWACHEN!!!

Ob sich da tatsächlich noch was tut, steht wohl in den Sternen. Meine Anfrage auf der Mailinglist zum Stand der Dinge im Mediationsprozess bleibt jedenfalls bis heute unbeantwortet. (Stand: 23.02.2013)

Nur Einer muss auf der Aufstellungsversammlung #avpampa der PIRATEN NRW zur Bundestagswahl 2013 #BTW13 gezwungener Maßen aus der Deckung: beim Kandidatengrillen sagt +Pascal Powroznik auf Nachfrage zu den Querelen im münsterschen Kreisverband, dass der Prozess im Gange sei und man auf einem guten Weg ist. – was soll man in der Situation auch anderes sagen, ohne den anderen Beteiligten vor versammelter Mannschaft auf den Schlips zu treten? Ich würde sagen: sehr diplomatisch ausgedrückt und so den örtlichen KV gut darstehen lassen.

Anstatt an der Lösung alter Konflikte zu arbeiten brechen durch gefühlte Ignoranz und subjektiv wahrgenommene Intransperenz ständig neue Konflikte auf. Hat das irgenwann auch mal ein Ende?

Es könnte so einfach sein

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Wer hat nicht schon einmal in einer Projektgruppe, einem Teamgespräch oder einer Diskussionsrunde gesessen und gedacht: „Es könnte alles so einfach sein.“ Wie oft kommt es vor, dass wir ein „Ja, aber…“ hören? Oder die dritte Zusammenfassung dessen, was die beiden Kollegen zuvor schon gesagt haben. Um sicher zu gehen, dass keine Störungen zwischen Sender und Empfänger vorliegen, fasst der Moderator am Ende am besten noch einmal zusammen – natürlich mit den eigenen Worten.

Je größer die Runde, desto größer offenbar auch der Drang zur verbalen Selbstdarstellung. Den Eindruck gewinnt man schnell, wenn man selbst schon lange unzufrieden abgeschaltet hat. Wie aber kann einer solchen Gesprächsentwicklung gegengesteuert werden? Verkleinern wir doch einfach die Gruppen: weniger Beteiligte bedeuten weniger unterschiedliche Meinungen. Weniger Meinungen reduzieren kontroverse Diskussionen. Reduzierter Diskussionsanteil birgt immer seltener emotionale Störungen und am Ende haben sich alle lieb! <3

Aber mal im Ernst: das kann doch nicht die Lösung sein! Im Gegenteil: meines Erachtens geht so die Ideenvielfalt verloren. Gerade kreative Projekte leben vom heterogenen Kollektiv. Das bedeutet nicht, dass Kleingruppen nicht effektiv arbeiten. Aber es wird schnell belastend, wenn sich das Arbeitsaufkommen auf wenige Schultern verteilt. Die Lösung muss also eine Andere sein.

Planung, Organisation, Zieldefinition, Struktur und Moderation sind in diesem Zusammenhang wohl die Schlüsselbegriffe. Was soll das Ziel der Projektgruppe sein? Wie soll in der Sitzung vorgegangen werden? Welche (zeitlichen) Ressourcen stehen zur Verfügung? Und wer hat im Teamgespräch die Fäden in der Hand? Natürlich stellt uns ein solches, geplantes Vorgehen vor neue Probleme, aber grundsätzlich dürften gemeinsame Absprachen und eine klar strukturierte Vorgehensweise am Ende zielführend sein. Und vor allem spart es Zeit und Nerven.

PIRATEN Münster bei 6,85 Prozent

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6,85 % – ein Ergebnis, über das sich die +Piratenpartei Münster derzeit bei jeder Wahl freuen dürfte, denn wenn man den Umfragewerten glauben schenkt, liegen die PIRATEN gerade bei 3 % der Wählerstimmen. Bei 6,85 % in Münster sprechen wir allerdings nicht von einem Wahlergebnis, sondern von der Wahlbeteiligung der PIRATEN auf der Aufstellungsversammlung ihres Direktkandidaten für die Bundestagswahl 2013 #BTW13.

Gerade einmal zehn Stimmberechtigte sind der Einladung zur Aufstellungsversammlung ins Boheme Boulette gefolgt. Das heißt 136 PIRATEN aus dem Kreisverband Münster können nicht zur Wahlbeteiligung mobilisiert werden. Wie wollen es die PIRATEN schaffen zur Bundestagswahl 5 % der Wählerstimmen für sich zu gewinnen? Selbstverständlich: durch einen strukturierten, organisierten und öffentlichkeitswirksamen Wahlkampf ! In Münster scheint man bereit zu sein, für die Herausforderungen der kommenden sieben Monate. Von Resignation nach den Wahlen in Niedersachsen und den Unruhen in der Parteispitze ist in Münster kaum etwas zu spüren. Auch wenn die Presse am gestrigen Abend gern etwas anderes gehört hätte.

Das Kandidatenteam aus Münster ist seit gestern komplett. Zwei Kanditaten sind zur Aufstellungsversammlung im intimen Kreis (neben den zehn Münsteraner PIRATEN durfte man zwei auswärtige PIRATEN, einen Gast und zwei Pressevertreter begrüßen) angetreten: Markus Barenhoff aka Alios und Sasa Raber (@fidelisamica). Im Zustimmungsverfahren (approval voting) erreichen beide Kandidaten das nötige Quorum. Während Alios fünf Stimmen auf sich vereinen konnte, erreichte Fidelisamica neun Stimmen. Somit steht Sasa als Direktkandidatin der PIRATEN im Wahlkreis 129 fest.

Ich will das Ergebnis gar nicht ausgiebig bewerten. Im Blogpost Kein Team für den Wahlkampf, sondern als Team in den Wahlkampf habe ich von den Direktkandidaten „eine langfristige Perspektive für die PIRATEN“ gefordert. Weiter habe ich gefragt: „Können und wollen die zur Wahl stehenden Kandidaten das bieten? Oder liegen die Prioritäten doch eher auf den politischen Aufgaben außerhalb der Stadttore?“ Fragen, die im Rahmen des Kandidatengrillens ausreichend beantwortet werden. Wir dürfen sicher davon ausgehen, dass Sasa’s Bezug zu Münster mehr als nur ein notwendiges Lippenbekenntnis war.

Es ist wohl kaum zu erwarten, dass die Direktkandidatin der PIRATEN in den Bundestag einziehen wird. Vielmehr wird die Direktkandidatin Erfahrungen zur Vorbereitung auf die Kommunalwahl 2014 sammeln. Der Wahlkampf zur Bundestagswahl 2013 wird gleichzeitig eine wichtige Rolle für die Öffentlichkeitsarbeit im Bezug auf die Kommunalwahl spielen. Apropos Öffentlichkeitsarbeit: natürlich ist auch die Presse bei der Aufstellungsversammlung der PIRATEN präsent.

Die Pressevertreter sind jedoch nur oberflächlich über die PIRATEN informiert. Die anwesenden münsterschen Listenkandidaten sind der Presse ebenso wenig bekannt, wie deren Funktion z. B. als stellvertretender Bundesparteivorsitzender. Auch der Mitbegründer der Piratenpartei Deutschland muss sich noch einmal ausführlich vorstellen. Was die Presse aber ganz genau weiß: welche SMS Herr Lauer an Herrn Ponader geschickt hat. Außerdem hat man sich informiert, wie die Stimmung auf Bundesebene ist und greift gern den Umlaufbeschluss #127 des Bundesvorstands zur „Umfrage unter allen Mitgliedern zur Neuwahldebatte“ auf.

HALLO!? Wieso stellt die Lokalpresse keinen lokalen Bezug zu den PIRATEN her? Wieso interessiert man sich für Machtspiele und persönliche Differenzen auf Bundesebene? Wenn ich einen Bezug zu Streitigkeiten innerhalb der Partei herstellen will, dann thematisiere ich doch einfach die Differenzen im KV Münster aus dem Herbst letzten Jahres – die ja keinesfalls an der Öffentlichkeit vorbei gegangen sind. Aber da die PIRATEN vor Ort seit einigen Wochen auf einem guten Weg zur erfolgreichen, konstruktiven Teamarbeit sind zählt wohl eher der Grundsatz „Good News are no News“!? Stattdessen will man lieber auch in Münster jemanden finden, der in Richtung Parteispitze schiesst. Um so erfreulicher, dass die +Piratenpartei Münster sich lieber auf den eigenen Wahlkampf konzentriert und daran arbeitet wieder Themen zu fokussieren – wenigstens das dürfte auch in den geführten Interviews zum Tragen gekommen sein.

Ich freue mich darauf, wenn Jens Seipenbusch, Markus Barenhoff, Markus Kompa, Sasa Raber und   Pascal Powroznik den Wahlkampf in Kürze offiziell einläuten. Aufhänger dürfte dann wohl der International Day for Privacy #IDP13 am 23. Februar sein.

Der Wahlkampf wird entscheiden, ob sich vllt. sogar die 6,85 % Wahlbeteiligung der Aufstellungsversammlung auf das Wahlergebnis der Bundestagswahl übertragen lassen. Gehen wir’s an!

Urabstimmung – Plakatieren PIRATEN in Münster?

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Innerhalb der +Piratenpartei Münster kam gestern Abend eine Diskussion zum Plakatieren im Rahmen der Bundestagswahl #BTW13 auf. @de_wastl stellte via Twitter zur Diskussion: „Ich will ne der ob wir zur Bundestagswahl aufhängen sollen. Geht so was? Satzung lesen…“

Auch Listenkandidat Markus Kompa beteiligte sich an der kontroversen Auseinandersetzung und kippte das Thema nun auf die Mailingliste der PIRATENPARTEI Münster.

Sicherlich gibt es bei der Betrachtung des Vorschlags mind. zwei Szenarien, die wir an dieser Stelle betrachten sollten.

Szenario I:
Es gibt in Münster ein generelles Plakatierverbot. Parteien dürfen auf zentralen Stellwänden mit Plakaten werben, nicht aber mit zusätzlichen Plakaten im Stadtbereich.

Szenario II:
Das Plakatieren ist generell erlaubt, die PIRATEN entscheiden sich jedoch im Rahmen einer Urabstimmung auf das Plakatieren zu verzichten.

Während ein generelles Verbot in Münster zu plakatieren, allen Parteien dieselben Voraussetzungen zur Wahlwerbung mittels Plakaten bietet, würden sich die PIRATEN im zweiten Szenario die entsprechenden Möglichkeiten selbst entziehen. Bleiben wir aber zunächst beim Szenario I:

Ein generelles Verbot von Plakaten würde meines Erachtens nach die Unfallgefahr im Stadtbereich reduzieren. Denn Autofahrer würden nicht durch zusätzliche visuelle Reize abgelenkt. Gleichzeitig wäre durch ein Verbot zu vermeiden, dass Verkehrszeichen im Plakatwald „untergehen“.

Ein großer Vorteil, speziell für die PIRATEN, wäre sicherlich der Ressourcenfaktor. Auf den kostenintensiven Druck von Plakaten könnte verzichtet werden. Ebenso würden auch die zeitintensiven Aktivitäten zum Auf- und Abhängen der Plakate wegfallen – die PIRATEN kümmen sich nämlich noch selbst darum und beauftragen keine Unternehmen dafür.

Der Werbeeffekt wäre sicherlich trotzdem gegeben. Die Aufmerksamkeit richtet sich allerdings auf einige, wenige markante Punkte in der Stadt. So wird es ganz bestimmt ein Teil der Wählerschaft begrüßen, wenn eine Partei auf Plakate verzichtet.

Das Szenario II beinhaltet für die PIRATEN gleichermaßen das Einsparen von Ressourcen, hat darüber hinaus aber weitere Aspekte, die zu berücksichtigen sind. Die bereits angesprochenen Vorteile für das Stadtbild und die Verkehrssicherheit werden sicherlich von dem Ein oder Anderen wohlwollend begrüßt. Und auch die Presse hätte sicherlich ein Interesse an diesem außergewöhnlichen Schritt.

Ich stelle mir allerdings schon einige Fragen zur zweiten Variante, über deren Antworten wohl nur spekuliert werden kann:

  • Wie hoch wird die Anzahl der Wähler sein, welche die PIRATEN aufgrund der Nicht-Plakatierung zusätzlich wählen?
  • Wie hoch ist im Vergleich dazu die Anzahl der möglichen Wähler, welche die Politik der PIRATEN aufgrund fehlender Plakate gar nicht hinterfragen?
  • Welche Auswirkung kann die Berichterstattung zur „Aktion“ der PIRATEN auf das Wahlergebnis haben? Verpufft der öffentlichkeitswirksame Effekt nicht relativ schnell wieder?
  • Können die PIRATEN auf die „konservative“ Art, die Aufmerksamkeit des Wählers zu erregen, verzichten ohne das sie an Glaubwürdigkeit verlieren?

Ganz persönlich kann ich mir nicht vorstellen, unter den Bedingungen des Szenario II auf die Plakatierung zu verzichten. Ich habe eher die Befürchtung, dass die PIRATEN für eine handvoll Wählerstimmen die Ernsthaftigkeit ihrer Politik selbst infrage stellen. Ich glaube eher, dass ein ansprechendes Plakat uns bei einem Spontanwähler durchaus noch mal in Erinnerung rufen kann. Auch wenn das Plakat als solches sicherlich nicht der ausschlaggebende Grund für das Kreuzchen an der „richtigen Stelle“ sein wird. Wer die PIRATEN aus Überzeugung wählt, muss nicht mehr überzeugt werden! Ich bin davon überzeugt, dass nur wenige Münsteraner die Parteiprogramme der großen Parteien und erst Recht nicht das Programm der PIRATEN kennen. (Das sich jetzt keiner auf den Schlips getreten fühlt: wenn Du die Programme kennst, gehörst Du wohl zu den Wenigen).

Auch wenn’s zweitaufwendig ist: ich freue mich auf die Gemeinschaftsaktionen zum Auf- und Abhängen der Wahlplakate der PIRATEN zur Bundestagswahl 2013. Ein generelles Plakatierverbot wird’s in Münster wohl nicht geben.

Kein Team für den Wahlkampf, sondern als Team in den Wahlkampf

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Am Mittwoch, den 13. Februar 2013, steht um 19:30 Uhr im Boheme Boulette (Hansaring 26) die Aufstellungsversammlung der +Piratenpartei Münster auf dem Plan. Die Aussichten auf den Einzug in den Bundestag als Direktkandidat der PIRATEN sind wohl eher unrealistisch.
Deshalb macht Markus Barenhoff aka alios auf der Mailingliste der +Piratenpartei Münster noch einmal klar, dass „ein Direktmandat auch eine gute Gelegenheit zu vielen politischen Veranstaltungen eingeladen zu werden“ ist.  Außerdem könne man „das mit den Podien und den Interviews zu üben„. Die Bewerbung um die Aufstellung als Direktkandidat sollte also, mit Blick auf die Kommunalwahl 2014, strategisch ausgerichtet sein.
Für die PIRATEN eigentlich der Moment, indem die Themen ihre Köpfe finden. Es stellt sich die Frage: Wer soll die Themen transportieren, ihnen ein Gesicht geben? Damit auch der +Piratenpartei Münster ein Gesicht geben?
Die PIRATEN stehen gerade kurz vor dem Wahlkampf zum Bundestag und müssen sich schon heute auf die Kommunalwahl 2014 vorbereiten. Diese Herausforderung stellt den, doch recht kleinen, Kreis an lokalpolitisch aktiven PIRATEN vor Probleme. Ist eine langfristige Planung innerparteilich überhaupt möglich? Schließlich müsste sich ein Kandidat nach den strategischen Überlegungen für 6 Jahre festlegen. Aber wer kann und will sich für ein halbes Dutzend seiner Lebensjahre der Kommunalpolitik und unserer Stadt Münster verschreiben? Für viele PIRATEN scheint das offenbar ein Problem zu sein und nur Wenige beziehen klar Position. Genau das ist aber für nachhaltigen, langfristigen politischen Erfolg zwingend erforderlich!
Ist das an der Stelle jetzt wieder Popcorn? Nein, jedenfalls nicht beabsichtigt. Natürlich wird sich der Ein oder Andere meine Worte zu Herzen nehmen. Der Nächste wird meine Äußerungen belächeln und wieder Andere werden diesen Blog niemals lesen. Ich hoffe aber, dass sich die +Piratenpartei Münster klar darüber wird, wie sie gemeinsam als Team in den Wahlkampf, in die kommunalpolitische Arbeit und in die strategische Ausrichtung des Kreisverbands geht. Wir brauchen kein Team für den Wahlkampf, sondern sollten als Team in den Wahlkampf gehen.
Sasa Raber schreibt auf der Mailingliste der +Piratenpartei Münster: „Derjenige sollte in der Lage sein, eng mit unseren Listenkandidaten, Vorstand und Piraten vor Ort zusammenzuarbeiten und mit Unterstützung/Mitarbeit aller, sich ein effizientes und effektives Wahlkampfkonzept zu überlegen.“ Grundsätzlich stimme ich mit den Vorstellungen und Anforderungen an den Direktkandidaten überein – und: ich fordere noch mehr von einem Direktkandidaten, nämlich eine langfristige Perspektive für die PIRATEN. Können und wollen die zur Wahl stehenden Kandidaten das bieten? Oder liegen die Prioritäten doch eher auf den politischen Aufgaben außerhalb der Stadttore?
Für die anstehende Bundestagswahl haben die PIRATEN NRW eine vielversprechende Landesliste aufgestellt. Die +Piratenpartei Münster stellt vier Kandidaten. Jens Seipenbusch, Markus Barenhoff und Markus Kompa sicherlich auf aussichtsreicheren Listenplätzen als Pascal Powroznik. Diese PIRATEN werden der kommunalen Arbeit auf kurz oder lang aber nicht mehr zur Verfügung stehen. Wer aber hat auf lokaler Ebene die Zügel in der Hand? Wer engagiert sich langfristig für den Zusammenhalt der PIRATEN in Münster? Wer bringt die PIRATEN kommunalpolitisch weiter und wer gibt den Themen ein Gesicht?
Die PIRATEN nutzen die Aufstellungsversammlung hoffentlich, um Antworten zu geben!
Ein wichtiger Nachsatz:
Der Blogspot bietet viel Angriffsfläche, stellt kritische Fragen und regt zum Nachdenken an, stellt aber faktisch keinen persönlichen Angriff gegenüber irgendwem dar! Wer aber den Beitrag als Kritik an seiner Person wahrnimmt, sollte sich fragen woher das kommt.