Det var skøn – Inklusion On Tour

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Inklusion on Tour – unter diesem Motto stand die letztjährige Studienreise der Jubi Nordwalde. 2012 habe ich den Bildungsurlaub nach Kalifornien noch ohne besondere Verantwortung begleitet. In diesem Jahr ging’s nach Kopenhagen und erstmalig war ich selbst als Teamer auf einer Studienreise ins Ausland dabei.

Steuern

Schon vor der Abreise war Allen klar: das wird teuer! Aber nur die Wenigsten von uns wussten warum. Bereits am ersten Abend fiel uns jedoch auf, worauf die Preise unter Anderem zurück zuführen sind. Auf unser „Biksemad“ im Café Petersborg (dessen Service im Übrigen erhebliches Verbesserungspotential bietet) entfielen 25 % Mehrwertsteuer – in Worten: fünf-und-zwanzig Prozent! Da sind wir mit unseren 19% MwSt doch eigentlich noch ganz gut bedient. Am nächsten Tag ergänzte unser Stadtführer, dass neben der MwSt als indirekte Steuer auch weitere direkte Steuern auf das Einkommen jedes Dänen entfallen:

  • Gemeindesteuer
  • Krankenversicherungsbeitrag
  • Staatssteuer (in Höhe von etwa 40 – 60 %)

Barrierefreiheit

Die Steuereinnahmen werden in großem Umfang direkt in gesellschaftliche Aufgaben investiert. Dazu zählen unter anderem Kindergärten, Krankenhäuser, Pflegeheime und Schulen. Besonders interessant war für unsere Studienreise aber vor allem die Investition im Bereich der Behindertenhilfe. Wie auch Maik Meid (Leiter Sozialmarketing/Fundraising beim CJD e.V) bei seinem Besuch in Dänemark aufgefallen war, stellten wir ebenfalls schnell die Barrierefreiheit öffentlicher Einrichtungen fest.
Selbst in den meisten historischen Altbauten haben die Dänen barrierefrei nachgerüstet. So ist auch der Rundetårn zumindest bis zur Kyssebænken (eine in ein Fenster eingelassene Bank zum Küssen) sogar mit dem Rollstuhl zu erreichen. Wer den traumhaften Ausblick auf Kopenhagen aber ganz genießen möchte, kann auf eine enge Treppe am Ende des runden Turms nicht verzichten. An dieser Stelle wird im Übrigen vor Taschendieben gewarnt!
 

Sauberkeit, Umwelt und Infrastruktur

Kopenhagen ist im Übrigen auffällig sauber. Kein Müll in den Ecken, kaum Zigarettenkippen zwischen den Fugen der Kopfsteinpflaster und selten Glassplitter auf den Fußwegen. Wirklich beeindruckend, wie man eine große Stadt so sauber halten kann – in Kopenhagen würde sich selbst Adrian Monk uneingeschränkt wohl fühlen. Auch hier spiegeln sich die Steuereinahmen wider, denn die Elektrosauger der Stadtreinigung sind im Dauereinsatz. Besonders interessant war die Abfallentsorgung am Nyhavn: sämtliche Mülltonnen waren mit einer Art Absaugsystem ausgestattet. Wie auch bei uns gewohnt wird der Müll in eine Tonne geworfen, anschließend allerdings unterirdisch abgesaugt. Das Einzige was auf dieses System hinweist ist ein leises Pfeiffgeräusch und der ständige Platz in den Mülltonnen.

Als Münsteraner bin ich ein hohes Fahrradaufkommen gewohnt. Schließlich hat jeder Münsteraner gefühlt mind. zwei Leezen bereitstehen. Auch Kopegenhagen ist eine Fahrradstadt. Hier geht der Radelspaß noch ein Stück weiter: zwischen 40%-50% der Berufstätigen pendeln mit dem Rad. In Dänemarks Hauptstadt gibt’s eine „Grüne Welle“. Allerdings nicht für KfZ sondern für Radfahrer: eingestellt auf 20 Km/h. 246 Millonen Kronen (33 Millionen Euro) fließen jährlich in die städtische (Rad-)Infrastruktur. In den Wintermonaten sind bis 7°° Uhr in der Früh sämtliche Radwege geräumt, erst anschließend sind die Straßen an der Reihe. Wen wundert’s, dass die wenigen KfZ auf den Straßen entweder zum städtischen ÖPNV gehören oder ein auswärtiges Kennzeichen haben.

Das dänische Gemüt

Ein wenig gewöhnungsbedürftig war meines Erachtens (aber das ist u. U. eine rein subjektive Wahrnehmung) das dänische Gemüt. Eher selten wurde ein freundliches „Hej!“ (zu deutsch: Hallo) im Park, auf dem Fußweg oder in der Strøget erwidert. Ausnahmen waren die meist freundlichen Servicemitarbeiter der Restaurants. Als unangenehme Ausnahme fielen die Mitarbeiter im Café Petersborg, die sich vor allem durch ihre Unflexibilität auszeichneten.
Aber gut: ich bin kein Restaurantkritiker und kenne die Standards nicht. Trotzdem habe ich als Kunde einen gewissen Anspruch an das Personal. Vor allem dann, wenn falsche Beratung zu einem anaphylaktischen Schock eine allergischen Teilnehmers führen kann. Das komplette Gegenteil haben wir übrigens im „A Hereford Beefstouw“ am Tivoli erlebt. Wer ein wenig Platz in seinem Geldbeutel schaffen muss, sollte einen Besuch auf gar keinen Fall verpassen – für Fleischliebhaber ein absolutes Muss.

Während unseres Aufenthalts gingen im Übrigen 10.000 Dänen auf die Straße und sendeten ihren Gruß „To Russia with Love„. Das war eine beeindruckende Demonstration vom Parlament zur russischen Botschaft. Sämtliche Gebäude waren geflaggt: mit „Danebrod“ und Regenbogenfahne. Ein eindeutiges Zeichen Dänemarks in Richtung Russland. Der friedliche, stimmungsvolle Protest gegen Homophobie erntete auch bei unserer Reisegruppe Applaus.

Mein Versprechen

Ich komme wieder! DAS muss für heute reichen…

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