Exklusion inklusiver Bildungsangebote

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Exkludiert man in Nordwalde schon bald die inklusiven Bildungsangebote? Eigentlich eher zufällig musste ich gestern der Lokalpresse entnehmen, dass der Jubi Nordwalde das Aus droht. Schon kurios, dass diese Meldung ausgerechnet über eine Honorarkollegen aus dem entfernten Berlin in meine Timeline schwappte. Für eine solche Information bieten sich durchaus andere Kommunikationskanäle, als die lokale Presse.

Bevor ich mich dazu entschließe, wie ein aufgescheuchtes Huhn durch die Gegend zu rennen, muss ich erst einmal tief durchatmen. Niemand wird die Jugendbildungsstätte samt des umfangreichen Kurskonzeptes für Menschen mit Behinderungen unüberlegt und kurzfristig schließen (wollen)!? Allerdings hatte ja auch „niemand die Absicht eine Mauer zu errichten“. Offenbar plagt den Träger der Jugendbildungsstätte Nordwalde allerdings dasselbe Problem, welches derzeit viele NGOs einholt: der Kostendruck. Von 250.000 € notwendigen Einsparungen im evangelische Kirchenkreis Steinfurt-Coesfeld-Borken ist die Rede. Eine Viertelmillionen Euro – das ist schon mal eine Hausnummer.

Nun stellten Superintendent Joachim Anicker und der Nordwalder Pfarrer und Synodalassessor Ulf Schlien drei Spar-Optionen vor:

  1. zentrale Konzentration der Bildungsarbeit am Standort Nordwalde
  2. Dezentralisierung in vier Teilregionen des Kirchenkreises
  3. Dezentralisierung auf Gemeindeebene

Nur in der ersten Option würde die Jubi weiterhin eine Rolle spielen. Die Optionen 2 und 3 könnten tatsächlich das Aus für die Jubi in ihrer derzeitigen Form bedeuten.

Ich selbst bin nicht nah genug an den Entscheidungsträgern, um die wirtschaftliche Lage einordnen zu können. Aber wir dürfen sicher davon ausgehen, dass eine Entscheidung (egal in welche Richtung) wohlüberlegt getroffen wird. Gibt es neben den vorgestellten Optionen vielleicht weitere Möglichkeiten zum Erhalt der Jubi? Ein Trägerwechsel wurde offenbar schon angedacht, konkrete Interessenten gibt es aber derzeit wohl nicht. Na hätte ich das mal gewusst, dann wäre das Thema meines Businessplans für die FHM sicher ein anderes gewesen. Aber mal im Ernst: gibt’s denn tatsächlich keine Interessenten für das größte Vorzeigeprojekt seiner Art? Wenn mögliche Investoren und Interessenten nicht im eigenen Dunstkreis findet, vielleicht gibt es andere Möglichkeiten? Viele Einrichtungen der Behindertenhilfe nutzen die Angebote der Jubi für ihre Klienten. Auch in diese Richtung kann sich doch eine Kooperation ergeben.

Meiner Meinung nach ist die frühzeitige, transparente Kommunikation vielleicht gar kein schlechter Schachzug, denn die Diskussion über die Zukunft der Jugendbildungsstätte Nordwalde erhält Einzug in die Öffentlichkeit. So wird auch das Honorarteam für inklusive Angebote am Wochenende kurzfristig einen Strategieworkshop abhalten und Zukunftsideen diskutieren.

Die Schließung der Jugendbildungsstätte ist zunächst nur eine von vielen Optionen, über die die Kreissynode im Sommer 2015 entscheiden muss. Aber vielleicht finden sich bis dahin weitere Alternativen zum Erhalt der Inklusion. DAS muss für heute reichen…

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