Nicht der Richtige für die #PiratenMS

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Es ist an der Zeit mein Gesicht zu wahren und für meine persönlichen Wertvorstellungen einzustehen. Wertvorstellungen, die schon lange Jahre durch christliche Grundwerte geprägt werden: Taufe, Besuch eines katholischen Kindergartens, Kommunion, Mitgliedschaft und Engagement in der Katholischen Jungen Gemeinde (KJG), Firmung, Organisation und Leitung von Ferienfreizeiten des KJG Ferienwerks Billerbeck e. V., seit 2006 kirchliche Arbeitgeber

Noch Anfang der Woche las ich in der Neuen Caritas, dem Newsletter DiCV Münster Aktuell und dem kirchlichen Amtsblatt im Bistum Münster vom Engagement und von Projekten kirchlicher Träger. Als Verwaltungsleiter der Freiwilligen Sozialen Dienste (FSD) Bistum Münster gGmbH betreue ich jährlich rund 1.000 Freiwillige im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) und im Bundesfreiwilligen Dienst (BFD) in über 600 Einrichtungen im katholischen Verbund des Bistum Münster. Als regionale Träger für Freiwilligendienste übernehmen wir die pädagogische Begleitung und Betreuung der Freiwilligen in ihrem 6-18monatigem Dienst. Als katholische Trägerorganisation vermitteln wir auch kirchliche und katholische Grundwerte, die in den Leitbildern der Einsatzstellen größtenteils fest verankert sind. Neben den konfessionellen Trägerorganisationen gibt es aber auch freie Träger, die entsprechende Dienste anbieten. Allein im BFD gibt es 20 verschiedene Zentralstellen aus den Bereichen „Soziales“, „Ökologie“, „Kultur“ und „Sport“. Für potenzielle Bewerber und Interessenten besteht also generell ein Wahlrecht.

Von der vergleichbaren Wahlmöglichkeit habe auch ich bewusst Gebrauch gemacht, als ich mich für einen konfessionellen Arbeitgeber entschieden habe.

Trennung von Kirche und Staat

Die Piratenpartei fordert schon lange die Trennung von Staat und Kirche. Bei der öffentlichen Diskussion der Thematik im KV Münster habe ich mich im vergangenen Jahr aufgrund von „Befangenheit“ in beide Richtungen weitestgehend zurück gehalten. Die generelle Piratenmeinung und öffentlichkeitswirksame Einzelmeinungen bleiben natürlich nicht im Verborgenen. Und das ist auch gut so, regen differenzierte Betrachtungen doch nur die allgemeine, konstruktive Diskussion an. Ich selbst habe im Frühjahr 2013 dazu gebloggt. Zum damaligen Zeitpunkt war ich mir noch sicher, dass sich Piratenpartei und konfessioneller Arbeitgeber durchaus miteinander vereinbaren lassen.

Am 05. November 2013 entfacht auf der Mailinglist der Piraten erneut eine Diskussion. Ausgelöst von der Forderung der NRW-Linken, dass St. Martins-Fest umzubenennen. Die polarisierenden Einzelmeinungen im Laufe der Diskussion werfen die Frage auf, inwieweit sich politisches Engagement in der Piratenpartei und kirchlicher Arbeitgeber miteinander vereinbaren lassen. Schließlich wird die Diskussion auf einer öffentlichen ML geführt. Einzelmeinungen werden ebenso wahrgenommen, wie ein allgemeines Meinungsbild oder beschlossene Programmpunkte. Das wurde auch im kollegialen Austausch *zum Frühstück* heute Morgen noch einmal deutlich.

Der Weg des geringsten Widerstands

Generell ist es nicht meine Art, den Weg des geringsten Widerstands zu gehen. Ganz im Gegenteil: immer wieder habe ich die Erfahrung gemacht, dass es sich lohnt für seine Überzeugung einzustehen. Der differenzierte Diskurs fördert ein konstruktives Ergebnis!
Ich will keine alten Wunden aufreißen, sondern lasse an dieser Stelle Raum für Interpretation und Spekulation: Was sich bei den Piraten im KV Münster in den vergangenen Jahren summiert hat, ist mit meinen Wertvorstellungen, meinen politischen Ideen und meiner Vorstellung von einer inklusiven Gesellschaft nicht dauerhaft zu vereinbaren.

Die Konsequenz

„Dafür stehe ich mit meinem Namen“, hieß es Einst bei Hipp. Ich kann das bei der anstehenden Kommunalwahl 2014 und auch in Zukunft nicht! Die Piraten suchen Menschen – nun werden sie einen Menschen mehr benötigen. Vielleicht bist DU der Richtige dafür – ich bin es nicht!

DAS muss für heute reichen… denn ich habe den Piraten noch eine Kündigung zu schreiben.

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