Offener Brief: alle für JUBI für alle

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Mit einem Offenen Brief wendet sich die Initiative „alle für JUBI für alle“ nun an den Kreissynodalvorstand des evangelischen Kirchenkreises Steinfurt-Coesfeld-Borken. Im Anschreiben zum offenen Brief heißt es: „Die lokalen Medien haben, seit der Veröffentlichung der Schließungsoption der Jugendbildungsstätte Nordwalde, zum Thema Bericht erstattet. Die inklusive Initiative „alle für JUBI für alle“, die sich aus Menschen mit und ohne Behinderungen zusammensetzt, stößt auf ein zunehmendes öffentliches Interesse. Auch wenn die aktuelle Diskussion langsam ein wenig transparenter gestaltet wird, bleiben bislang noch viele Fragen offen. Wir richten unsere Fragen mit heutigem Schreiben noch einmal konkret und direkt an den Kreissynodalvorstand, vertreten durch den Superintendenten Joachim Anicker.“

Offener Brief

Sehr geehrter Herr Anicker,
sehr geehrte Damen und Herren,

nachdem Sie am 28. März 2014 mit den möglichen Einsparszenarien des evangelischen Kirchenkreises Steinfurt-Coesfeld-Borken und der möglichen Schließung der evangelischen Jugendbildungsstätte Nordwalde (JUBI) an die Öffentlichkeit gegangen sind, haben wir kurzfristig die Initiative „alle für JUBI für alle“ ins Leben gerufen. Nachdem unsere Initiative in den vergangenen Wochen auf ein zunehmendes öffentliches Interesse stößt, stellen wir Ihnen das zentrale Anliegen unserer Interessenvertretung mit dem heutigen Schreiben noch einmal persönlich vor.

Die Initiative „alle für JUBI für alle“ versteht sich keinesfalls als Gegenpol zum Kreissynodalvorstand in der Diskussion zum Einsparpotenzial, sondern im besten Fall als Partner und Mitstreiter der Superintendentur mit dem Ziel des langfristigen Erhalts der (inklusiven) Bildungsangebote am zentralen Standort Nordwalde auf einer tragbaren finanziellen Grundlage. So jedenfalls lässt sich unsere Zielsetzung kurz zusammenfassen.

Wünschenswert ist es, die JUBI auch weiterhin in der bislang bewährten Trägerschaft des evangelischen Kirchenkreises Steinfurt-Coesfeld-Borken zu halten. Aber auch eine Überführung in die Verantwortung eines solventen, sozial engagierten und fachlich versierten Trägers ist für die Initiative „alle für JUBI für alle“ durchaus vorstellbar.
Ausführlich durften wir unser Interesse bereits im Interview mit Ihrem Öffentlichkeitsreferat für die Kirchenkreis-News Nr. 101 aus Mai 2014 erläutern. Sicher dürfen wir davon ausgehen, dass Ihnen auch die Ursprungsfassung des schriftlich geführten Interviews mit Frau Hoffmann bekannt ist. Der redaktionellen Überarbeitung in Ihrem Hause sind einige Fragen zum Opfer gefallen. Wir stellen die Fragen an dieser Stelle gern noch einmal zusammen:

1. Warum werden die hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei den strategischen Überlegungen des Kirchenvorstands nicht mit ins Boot geholt? Die Initiative „alle für JUBI für alle“ ruft den Kirchenvorstand auf, die pädagogischen Fachleute vor Ort und die kompetenten ehrenamtlichen Mitarbeiter an solch einschneidenden Entscheidungen zu beteiligen.

2. Die Jubi hat mit ALL ihren Mitarbeitern so viele Leben berührt, beeinflusst und christliche Werte gelebt und multipliziert. Erfahrungen, die dem Rotstift zum Opfer fallen sollen!?

3. Der Aufruf zur „Roten Karten“-Aktion ist tatsächlich schon von über 2.400 Onlinern gesehen worden. Wie viele Karten beim Vorstand angekommen sind, können Sie uns vielleicht sagen?

4. Hat der Kirchenvorstand auch innovative Ideen und Alternativen diskutiert, die vielleicht sogar eine Kombination zentraler und dezentraler Angebote ermöglichen?
Im Zeitalter des digitalen Wandels wäre es doch durchaus denkbar, die Möglichkeiten des Web 2.0 in die kirchliche Arbeit einzubeziehen und im virtuellen Raum zeit- und ortsunabhängige Angebote zu schaffen. Die Follower unserer Facebook- Fanseite zeigen, dass sie – die Nutzer der Angebote der JUBI – längst in der Welt der neuen Medien angekommen sind. Anstatt den jungen Gemeindemitgliedern die Kirche vor die Haustür zu setzen, sollte man die Menschen dort abholen, wo sie heute schon sind: im digitalen Raum. Aber damit würden wir nun wohl eine weitere Grundsatzfrage aus dem Boden stampfen.

Ergänzend sei die Frage erlaubt, wie sich die finanzielle Situation des Kirchenkreises aktuell und prospektiv konkret darstellt und wie der KSV die betriebswirtschaftlichen Posten im einzelnen bewertet?

Folgender Teil des Interviews verschwand im Newsletter gänzlich:
KK-News fragt: Erfahren Sie auch Gegenstimmen oder Kritik?
Was sollte gegen die Entwicklung der Inklusion sprechen? Negative Gegenrede gibt es bislang nicht. Aber sicher wird es schweigende Skeptiker geben. Generell sind wir aber auch an der Stelle offen für den Dialog. Schließlich ist auch unserer Initiative bewusst, dass gesellschaftliches Engagement finanzierbar sein muss. Bisher haben wir allerdings tatsächlich nur positiven Zuspruch erhalten.

Gerne bieten wir Ihnen, als Träger der Jugendbildungsstätte Nordwalde, auf diesem Wege noch einmal explizit den konstruktiven Dialog zur differenzierten Auseinandersetzung an. Leider haben Sie bislang nicht von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, den persönlichen Kontakt zu uns zu suchen. Wir fordern Sie mit heutigem Schreiben nunmehr explizit zum gemeinsamen Diskurs und zur transparenten Gestaltung des weiteren Diskussionsverlaufs auf.

Freundliche Grüße
für die Initiative „alle für JUBI für alle“
Svenja Hoffmann & Robert Schedding

 

Vielleicht erhält die Initiative ja doch noch Antworten auf die offenen Fragen!? Doch DAS muss für heute reichen…

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