PIRATEN Münster bei 6,85 Prozent

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6,85 % – ein Ergebnis, über das sich die +Piratenpartei Münster derzeit bei jeder Wahl freuen dürfte, denn wenn man den Umfragewerten glauben schenkt, liegen die PIRATEN gerade bei 3 % der Wählerstimmen. Bei 6,85 % in Münster sprechen wir allerdings nicht von einem Wahlergebnis, sondern von der Wahlbeteiligung der PIRATEN auf der Aufstellungsversammlung ihres Direktkandidaten für die Bundestagswahl 2013 #BTW13.

Gerade einmal zehn Stimmberechtigte sind der Einladung zur Aufstellungsversammlung ins Boheme Boulette gefolgt. Das heißt 136 PIRATEN aus dem Kreisverband Münster können nicht zur Wahlbeteiligung mobilisiert werden. Wie wollen es die PIRATEN schaffen zur Bundestagswahl 5 % der Wählerstimmen für sich zu gewinnen? Selbstverständlich: durch einen strukturierten, organisierten und öffentlichkeitswirksamen Wahlkampf ! In Münster scheint man bereit zu sein, für die Herausforderungen der kommenden sieben Monate. Von Resignation nach den Wahlen in Niedersachsen und den Unruhen in der Parteispitze ist in Münster kaum etwas zu spüren. Auch wenn die Presse am gestrigen Abend gern etwas anderes gehört hätte.

Das Kandidatenteam aus Münster ist seit gestern komplett. Zwei Kanditaten sind zur Aufstellungsversammlung im intimen Kreis (neben den zehn Münsteraner PIRATEN durfte man zwei auswärtige PIRATEN, einen Gast und zwei Pressevertreter begrüßen) angetreten: Markus Barenhoff aka Alios und Sasa Raber (@fidelisamica). Im Zustimmungsverfahren (approval voting) erreichen beide Kandidaten das nötige Quorum. Während Alios fünf Stimmen auf sich vereinen konnte, erreichte Fidelisamica neun Stimmen. Somit steht Sasa als Direktkandidatin der PIRATEN im Wahlkreis 129 fest.

Ich will das Ergebnis gar nicht ausgiebig bewerten. Im Blogpost Kein Team für den Wahlkampf, sondern als Team in den Wahlkampf habe ich von den Direktkandidaten „eine langfristige Perspektive für die PIRATEN“ gefordert. Weiter habe ich gefragt: „Können und wollen die zur Wahl stehenden Kandidaten das bieten? Oder liegen die Prioritäten doch eher auf den politischen Aufgaben außerhalb der Stadttore?“ Fragen, die im Rahmen des Kandidatengrillens ausreichend beantwortet werden. Wir dürfen sicher davon ausgehen, dass Sasa’s Bezug zu Münster mehr als nur ein notwendiges Lippenbekenntnis war.

Es ist wohl kaum zu erwarten, dass die Direktkandidatin der PIRATEN in den Bundestag einziehen wird. Vielmehr wird die Direktkandidatin Erfahrungen zur Vorbereitung auf die Kommunalwahl 2014 sammeln. Der Wahlkampf zur Bundestagswahl 2013 wird gleichzeitig eine wichtige Rolle für die Öffentlichkeitsarbeit im Bezug auf die Kommunalwahl spielen. Apropos Öffentlichkeitsarbeit: natürlich ist auch die Presse bei der Aufstellungsversammlung der PIRATEN präsent.

Die Pressevertreter sind jedoch nur oberflächlich über die PIRATEN informiert. Die anwesenden münsterschen Listenkandidaten sind der Presse ebenso wenig bekannt, wie deren Funktion z. B. als stellvertretender Bundesparteivorsitzender. Auch der Mitbegründer der Piratenpartei Deutschland muss sich noch einmal ausführlich vorstellen. Was die Presse aber ganz genau weiß: welche SMS Herr Lauer an Herrn Ponader geschickt hat. Außerdem hat man sich informiert, wie die Stimmung auf Bundesebene ist und greift gern den Umlaufbeschluss #127 des Bundesvorstands zur „Umfrage unter allen Mitgliedern zur Neuwahldebatte“ auf.

HALLO!? Wieso stellt die Lokalpresse keinen lokalen Bezug zu den PIRATEN her? Wieso interessiert man sich für Machtspiele und persönliche Differenzen auf Bundesebene? Wenn ich einen Bezug zu Streitigkeiten innerhalb der Partei herstellen will, dann thematisiere ich doch einfach die Differenzen im KV Münster aus dem Herbst letzten Jahres – die ja keinesfalls an der Öffentlichkeit vorbei gegangen sind. Aber da die PIRATEN vor Ort seit einigen Wochen auf einem guten Weg zur erfolgreichen, konstruktiven Teamarbeit sind zählt wohl eher der Grundsatz „Good News are no News“!? Stattdessen will man lieber auch in Münster jemanden finden, der in Richtung Parteispitze schiesst. Um so erfreulicher, dass die +Piratenpartei Münster sich lieber auf den eigenen Wahlkampf konzentriert und daran arbeitet wieder Themen zu fokussieren – wenigstens das dürfte auch in den geführten Interviews zum Tragen gekommen sein.

Ich freue mich darauf, wenn Jens Seipenbusch, Markus Barenhoff, Markus Kompa, Sasa Raber und   Pascal Powroznik den Wahlkampf in Kürze offiziell einläuten. Aufhänger dürfte dann wohl der International Day for Privacy #IDP13 am 23. Februar sein.

Der Wahlkampf wird entscheiden, ob sich vllt. sogar die 6,85 % Wahlbeteiligung der Aufstellungsversammlung auf das Wahlergebnis der Bundestagswahl übertragen lassen. Gehen wir’s an!

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