#caritasdigital – Barcamp

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#caritasdigital nimmt einen zweiten Anlauf. Nach dem großen Erfolg im vergangenen Jahr lädt der Deutsche Caritasverband e. V. nun die digitalen Aktivisten zur Neuauflage des Barcamps ein. In diesem Jahr wird das Barcamp am 16. Juni im Wettbureau in Berlin stattfinden.

Aktuell bin ich hin und her gerissen, was meine Teilnahme am Event angeht. Auf der einen Seite bin ich brennend daran interessiert, wie sich die Social Media Aktivitäten der Caritas im vergangenen Jahr entwickelt haben, welche innovativen Ideen die Kollegen auf verbandlicher Ebene haben und wohin uns der gemeinsame Weg führen wird. Auf der anderen Seite hatte das organisierte Chaos in der Caritas Digital-Werkstatt in Frankfurt 2015 so seine Anlaufschwierigkeiten: die Methode der Slot-Belegung war eher so retro, die Länge der Sessions mit knapp 90 Minuten deutlich oversized und die Teilnehmer irgendwie noch nicht ganz warm mit der „neuen Form“ der spontanen thematischen Auseinandersetzung.

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#caritasdigital – Recap der Caritas Digital-Werkstatt

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#caritasdigital, die Digital-Werkstatt der Caritas Webfamilie, warf schon lange ihre Schatten voraus. Anfangs stieß die erste digitale Konferenz der karitativen Einrichtungen in Deutschland (und in der Schweiz) offenbar noch auf zurückhaltende Resonanz, während ich mich bereits wie ein Honigkuchenpferd freute, als ich endlich die Einladung auf dem Bildschirm hatte. Am Ende fand sich allerdings eine gut 80 Personen starke Crowd zur zweitägigen Konferenz im Spenerhaus Frankfurt ein. Schon Ende 2011 lieferte ich mir mit Markus Lahrmann einen kleinen Schlagabtausch zur #followerpower in der Caritas. Nach den letzten zwei Tagen sehe ich uns beide irgendwie bestätigt. Aber zurück zur #caritasdigital.

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Vertrauen ist der Schlüssel zum Erfolg

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Ein Tweet der Caritas Webfamilie erinnert mich am Mittwoch daran, dass ich seit Wochen meine Gedanken zum Blogpost „Caritas meets Social Media“ zusammen fassen will. Immerhin verweist der Autor des Artikels, Marc Boos, auch auf einen meiner Beiträge, in dem ich die verbandlichen Kommunikationsstrukturen und ihre Reibungsverluste diskutiere.

Schon die Überschrift des Blogposts macht mich stutzig: wieso trifft die Caritas Social Media? Was haben die beiden bei ihrer Begegnung vor? Wieder mal nur Kaffee trinken und einen netten Plausch halten?

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Rezension: Der Social Media Manager

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Selten habe ich ein Sachbuch so verschlugen, wie das Buch „Der Social Media Manager – Handbuch für Ausbildung und Beruf“ von Vivian Pein. Auf die Lektüre bin ich eher zufällig aufmerksam geworden. Verantwortlich für meine Bestellung bei Amazon ist nicht zuletzt ein Google+ Post von Mirko Lange.

Nach anfänglicher Skepsi – denn was soll es in diesem Buch schon Neues geben – habe ich das Werk trotzdem bestellt. Zwei Tage später halte ich den 600-Seiten Schinken in der Hand. Mit Blick auf die anstehende Bachelor-Thesis und die thematische Vorauswahl kann es ja nicht schaden, den ein oder anderen Expterten etwas intensiver zu lesen.

SoMe_Manager

Bereits beim ersten Blättern fällt auf, dass ich vielen der zitierten Experten schon lange auf Twitter, Google+ oder über meinen Feedreader folge.

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Net(t)working

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Während ich am Donnerstag den Blogpost „Wie Twitter mein Leben veränderte“ von @Saendralein lese, komme ich selbst ein wenig ins Grübeln. Ich komme allerdings nicht zu dem Schluss, dass Twitter mein Leben verändert hat – auch wenn Twitter sicher ein wichtiges Werkzeug in meinem Social Media Portfolio darstellt. In diesem Zusammenhang stellt sich aber auch die Frage, welchem Zweck sollen die ausgewählten Kanäle dienen. Das Netz bietet jedenfalls zahlreiche Möglichkeiten der Interaktion.

Darstellung des Social Media Prismas � Eine art Bl�te, auf dessen unterschiedlich gef�rbten Laschen verschiedene Dienste zusammengefasst in diversen Kategorien dargestellt werden

Lange Zeit habe ich versucht, die einzelnen Social Media Aktivitäten strikt nach den jeweiligen Zielgruppen zu trennen und die Netzwerkarbeit auf wenige Kanäle zu fokussieren:

Nicht zuletzt durch die Notwendigkeit eines Google-Accounts für Android-Geräte folgten schon bald weitere Netzwerke:

 

Nicht zuletzt, weil ich das Schreiben in den vergangenen Jahren zunehmend vermisst habe, fing ich an zu bloggen. Der Ursprung war eine Auseinandersetzung mit meiner Krankenkasse, welche die Kostenübernahme eines medizinischen Eingriffs nicht erteilte. Nachdem ich dann schon mal ein eigenes Blog hatte, fing ich an, eigentlich nur für mich selbst zu schreiben. Doch schon bald bekam ich unerwartetes Feedback und direkte Reaktionen auf meine Posts. Immer wieder stelle ich fest, dass man sich an unterschiedlichen Stellen mit meiner Meinung auseinandersetzt. Auch beim Dachverband meines Arbeitgebers wird meine Meinung zur Followerpower der Caritas ernst genommen. Nachdem ich, dank der Unterstützung von @monasterium, anfange auch für die Huffington Post zu bloggen, werde ich beim Mittagessen auf einmal als „Blogger“ vorgestellt.

Hier wird dann auch der Mehrwert deutlich, der sich in meinen Augen aus dem Einsatz von Social Media und vor allem aus dem Beziehungsmanagement in Social Networks ergibt. Ohne Twitter und @monasterium wäre ich nie auf die Idee gekommen, für die Huffington Post zu schreiben. Ohne Twitter hätte ich niemals von der Bill Gates Foundation und den #impatientoptimists erfahren. Ganz sicher hätte ich auch nie die Ehre gehabt, Bill Gates einmal persönlich zu treffen.

Auch umgekehrt funktioniert das Networking. So habe ich im Sommer vergangenen Jahres eine Stelle über XING an eine Bekannte vermitteln können. Über die selbe Plattform erstreckt sich mittlerweile ein breites Netz zum Thema Inklusion, in dem ein konstruktive Austausch stattfindet. Und das obwohl ich seit Anfang 2012 nicht mehr in der Behindertenhilfe tätig bin. Das Internet bietet eben die perfekte Möglichkeit zur inhaltlichen Interaktion.

Wahrscheinlich geht’s mir mittlerweile ähnlich wie @Saendralein, wenn sie schreibt:

Letztens irgendwann mal habe ich es geschafft 5 Tage von Twitter fern zu bleiben, aber nur, weil ich den Account deaktiviert habe.

Allerdings bin ich auch mal ganz froh, wenn ich Twitter, Facebook & Co einfach mal ein paar Tage an die Seite legen kann. Ungestörte Momente mit Familie, Freunden und der Arbeit haben schließlich auch ihren Reiz. In diesem Sinne: DAS muss für heute reichen…

Ungeduldige Optimisten

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„Und was machst Du bei Bill Gates“, fragt mich eine Kommilitonin am vergangenen Mittwoch, als ich mich ins BASE_camp nach Berlin verabschiede. So genau weiß ich das zu diesem Zeitpunkt selber gar nicht. Was ich weiß: ich bin einer von 50 „ungeduldigen Optimisten“ #impatientoptimist, die eine persönliche Einladung zur Podiumsdiskussion mit Bill Gates in Berlin erhalten haben. „Germanys 50 most influental Social Media Users of NGO“, sollte Gates uns später nennen.

 

Digital Entrepreneur der NGO

Ich selbst würde nicht auf den Gedanken kommen, mich in diesen Kreis einzuordnen. Sind zu dieser Veranstaltung doch u. a. Vertreter des World Wide Fund For Nature, der Kampagnenorganisation ONE und namhafte Einzelpersonen, wie Raul Krauthausen oder Paula Hannemann eingeladen. Aber im Rahmen der Anmeldephase auf der Homepage der Melinda & Bill Gates Foundation konnte ich den 11. Platz im Ranking der #impatientoptimists erlangen. Wie vielen anderen ist es also auch mir gelungen, eine breite, digitale Masse auf die „ungeduldigen Optimisten“ aufmerksam zu machen und einzubinden. Und nichts anderes war der Hintergrund des Ranking-Verfahrens.

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Von Kommunikationsstrukturen und ihren Reibungsverlusten

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„Der Caritas fehlt es an #followerpower„, vermutet mein geschätzter Kollege Markus Lahrmann jüngst im Blog der Caritas Webfamilie und in der Caritas NRW. Gleichzeitig zeigt Herr Lahrmann mit der Initiative der „Caritäter“ aber auch ein Positivbeispiel einer gelungenen Kampagne auf. Schauen wir uns die Kommunikation und den viralen Effekt der personalisierten Kampagne etwas genauer an, so stellen wir schnell fest, dass die Caritas Webfamilie sehr wohl über #followerpower verfügt. Jedoch werden die zur Verfügung stehenden digitalen Ressourcen oft nur ungenügend genutzt, sodass die interaktive Gestaltung des Kommunikationsprozesses gar nicht erst zustande kommt. Nicht die Trägheit der Masse ist verantwortlich für die Reibungsverluste, sondern die vorhandenen verbandlichen Kommunikationsstrukturen.
Wer innovative Prozesse mitgehen will, der muss bereit sein, sich auf Strukturveränderungen einzulassen. Für die obere Hierarchieebene bedeuten diese Veränderungsprozesse jedoch einen gewissen Kontrollverlust. Doch wer einen Mehrwert in den eigenen Mitarbeitern als Botschafter der Organisation und des Verbandes sehen will, der muss zunächst Vertrauen schenken. Vor allem das Community-Management muss dabei einen Vertrauensvorschuss erhalten. Das kostet Überwindung. Die interaktive Gestaltung der Kommunikation erfordert eine kurzfristige Reaktion 24/7. Während langfristige Redaktionspläne sicherlich noch mit der Geschäftsführung abgestimmt werden können, wird die zeitnahe Absprache von Kommentaren, Aktion und Reaktion dabei schon schwieriger.

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Win-Win: Projektarbeit und Kooperation

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Ich brauche ein Projekt! Ich suche einen Kooperationspartner für eine wissenschaftliche Ausarbeitung. Während meines berufsbegleitenden Studiums der Betriebswirtschaftslehre an der Fachhochschule des Mittelstands (FHM) Bielefeld (ich berichtete davon) warten noch mindestens zwei besondere Herausforderungen auf mich. Sowohl die Bachelorthesis als auch der Businessplan sollen im kommenden Jahr nicht allein den wissenschaftlichen Anspruch erfüllen, sondern gleichzeitig einen allgemeinen Mehrwert bieten. Eine mögliche Win-Win-Situation für meinen Projektpartner und mich. Aber worum geht’s hier eigentlich genau?

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In a nutshell – Kirche im Web 2.0 #kiw13

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Auf der Leinwand der #kiw13 im Franz Hitze Haus ist ein QR-Code zu sehen. Während rund 40 Teilnehmer den Code scannen, um den Termin für die Tagung (13.-14.03.2014) in Stuttgart automatisch im Kalender ihres Smartphones zu erfassen, fotografiert die andere Hälfte der Teilnehmerrunde die Kollegen beim Scannen. Dieses Bild zeichnete sich in der Abschlussrunde der Tagung Kirche im Web 2.0 #kiw13 Ende vergangener Woche ab.

Schon seit mehreren Jahren laden die Akademie Franz Hitze Haus, die Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart, kath.de Medienservice, evangelisch.de und die Goethe-Universität in Frankfurt gemeinsam zur Veranstaltung ein. In Barcamps, Workshops und Vorträgen werden den kirchlichen Social Media Anwendern verschiedene inhaltliche Inputs gegeben und Möglichkeiten zum thematischen Austausch geboten. Erstmalig durfte auch ich in der vergangenen Woche an der Tagung teilnehmen. Nach zwei Tagen Networking, Diskussion und fachkundigen Vorträgen darf ich sagen: ich bin beeindruckt.

Das Internet stellt wohl vorallem kirchliche Einrichtungen vor eine besondere Herausforderung. Zum Einen sollte Kirche eine zeitgemäße Kommunikation anstreben, zum Anderen darf der pastorale Auftrag aber nicht vernachlässigt werden. Gerade unter Gesichtspunkten des Monitoring wandert die Kirche auf einem schmalen Grat, denn „Erfolg ist keiner der Namen Gottes“. Nicht immer und in allen Lebenslagen macht Erfolgskontrolle Sinn. Erst recht dann nicht, wenn man versucht den Erfolg auf Grundlage von Likes und Klicks zu messen.

Die kirchlichen Einrichtungen, jedenfalls die Arbeitgeber der rund 80 Teilnehmer der Tagung (diese Twitter-Liste enthält nahezu alle zwitschernden Teilnehmer der Veranstaltung), sind sich der besonderen Herausforderugen bewusst. Auf der #kiw13 standen die Möglichkeiten und Grenzen des Crowsourcing im Mittelpunkt. Inhaltlichen Input boten:

Es macht an dieser Stelle keinen Sinn, die Vorträge einzeln zu bewerten. Zusammenfassend darf ich aber sicher ruhigen gewissens sagen, dass alles Slides durchaus hilfreiche Infos bieten konnten. Nicht weniger interessant waren auch die Workshops:

  • Jens Albers (Abt. Kommunikation) – QR-Codes sinnvoll einsetzen
  • Pia Modanese (Stabsabteilung Medien) – Urheberrecht & Bildverwendung im Internet
  • Jürgen Pelzer (Gothe-Universität) – Facebook strategisch nutzen
  • Prof. Andreas Büsch (Leiter der Clearingstelle Medienkompetenz) – Social Media Guidelines
  • Eckhard Bieger (Leiter Kompetenzbereich Kursdidaktik) – Buchagent im Internet

Im Großen und Ganzen hat es mich gefreut zu sehen, dass sich auch in kirchlichen Einrichtungen mittlerweile Einiges bewegt. Social Media werden nicht (mehr) als Bedrohung wahrgenommen, sondern als Teil des Kommunikationsprozess geschätzt und zunehmend auch eingesetzt. Beispiele für den teilweise innovativen, mindestens aber konstruktiven Einsatz von Social Media gibt es genug. So wurde während der Veranstaltung zeitweise auch in gemeinsam in einem Etherpad gearbeitet – unter anderem der webbasierte Editor zur kollaborativen Bearbeitung von Texten für den Morgenimpuls genutzt.

Schon heute freue ich mich auf die Tagung „Kirche im Web 2.0“ im kommenden Jahr #kiw14. Ich hoffe aber, dass ich von den Referenten, Kolleginnen und Kollegen der #kiw13 auch zwischenzeitlich mal wieder hören werde! DAS muss für heute reichen…

Facebook inklusiv – Wie barrierefrei ist der Social-Network-Riese?

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Den folgenden Beitrag habe ich am 23. November 2012 im Original als Gast-Blog für Web 2.0 im Unternehmen geschrieben. Hier der Link zum Blog-Post:  http://www.web-zweinull-unternehmen.de/2012/11/23/facebook-inklusiv-wie-barrierefrei-ist-der-social-network-riese/

Facebook inklusiv – Wie barrierefrei ist der Social-Network-Riese?
Der Zugang zu sozialen Netzwerken scheint denkbar einfach: immerhin haben bereit mehr als 24 Millionen Nutzer in Deutschland ihren Weg zu Facebook gefunden und verfügen über ein aktives Nutzerprofil.[1] Völlig selbstverständlich loggen sich viele User mehrmals täglich in Ihre Social Media Accounts ein und genießen die oft beschriebenen Vorteile des Web 2.0.
Welche Auswirkungen hat der Einsatz von Social Media aber auf Menschen mit Behinderungen? Mit welchen Einschränkungen in der Anwendung sozialer Netzwerke müssen beispielsweise sehbehinderte Menschen zu Recht kommen? Wird ein bestimmter Personenkreis aus den sozialen Netzwerken, Micromedia oder Blog Plattformen ausgeschlossen, weil sie diese Internetangebote nicht oder nur mühsam bedienen können? Diesen Fragen ging der münsteraner Club F/C/B (Frauen, Computer, Behinderung), im Rahmen des Aktion Mensch Projekts „Was bedeuten soziale Netzwerke für die Inklusion von Menschen mit Behinderung„, auf den Grund.

Inklusion

Am 19. Dezember 2008 ratifiziert der deutsche Bundesrat die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen.[2] Auf der UN-Generalversammlung in New York verabschieden die EU und 100 weitere Staaten das „Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen“, mit dem Ziel der uneingeschränkten Chancengleichheit für Menschen mit Behinderung. Diese Ziel erstreckt sich über sämtliche Teilbereiche des gesellschaftlichen Zusammenlebens. Davon betroffen ist auch die interaktive, virtuelle Gemeinschaft. Was verstehen wir in der allgemeinen Definition unter dem Begriff „Inklusion„?

Facebook: Exklusion, Separation, Integration, Inklusion

Unter dem Begriff Inklusion wird die rechtliche Gleichheit in Verbindung mit der uneingeschränkten gesellschaftlichen Teilhabe behinderter Menschen verstanden. Der Mensch mit Behinderung hat trotz seiner individuellen Einschränkungen die Möglichkeit zur vollständigen Partizipation an allen Angeboten (Arbeit, Bildung, Freizeit, Konsum, Leben in der Gemeinschaft) der Gesellschaft.[3]
Die Inklusion im pädagogischen Sinne unterscheidet sich insofern von der Integration, als dass eine strukturelle und organisatorische (Wieder-)Eingliederug Außenstehender in einer inklusiven Gesellschaft unnötig ist, da Exklusion und Separation im Vorfeld nicht stattgefunden haben.
Im Rahmen der Inklusion wird eine Ausgrenzung von Menschen mit Behinderung also von vornherein vermieden. Die erfolgreiche Inklusion macht Integration im ursprünglichen Sinn überflüssig, da die gesellschaftlichen Strukturen grundsätzlich in allen Bereichen barrierefrei sind.

Barrierefreiheit

Sehschwäche

Schon auf den ersten Blick fällt auf das die Menüführung auf Facebook recht kontrastarm aufgebaut ist. Das soziale Netzwerk setzt für’s eigene Layout ein, was im Rahmen eines barrierefreien Webdesign ein absolutes No-Go ist: statt auf Übersichtlichkeit durch starke Kontraste zu setzen, baut man auf dezente Farbvariationen. Den 100% Sehenden stellt das sicher vor keine größeren Herausforderungen – im Gegenteil: das gewählte Design spricht an und hat sich durchgesetzt. Vor allem die teilweise versteckten Kontextmenüs stellten die Probanden im Rahmen ihrer Projektarbeit vor Herausforderungen – aber dieses Problem kennen wir wohl alle aus unseren ersten „Gehversuchen“ bei Facebook!? Wer eine Sehschwäche oder eine Sehbehinderung hat muss sich Hilfsmitteln (Software zum Vorlesen oder zur Bildschirmvergrößerung) bedienen. Die Softwarelösungen erleichtern zwar den Zugang, ermöglichen aber keinen barrierefreien Zugang.

Motorische Einschränkungen

Da Menüpunkte und Symbole bei Facebook oft eng beieinander liegen, ist die Koordination der korrekten Befehle für motorisch beeinträchtige Menschen eine große Hürde. Kleine Symbole erschweren die Bedienung ebenso wie die teilweise nur kurzzeitig sichtbaren Kontextmenüs. Selbst mit unterstützenden Hilfsmitteln fällt es schwer im Menü zu navigieren. Eine Hilfe bieten hier einige Shortcuts, die je nach eingesetztem Browser etwas unterschiedlich aussehen. Wer sich die wichtigsten Tastenkombinationen einprägt ist aber schnell in der Lage gewisse Menüpunkte direkt anzusteuern – also sicher für jeden Nutzer eine Hilfe.
Shortcuts

Alt + # (IE) / Umsch + Alt + # (Firefox PC) / Strg + # (Safari und Firefox Mac) / Strg + Alt + # (Chrome)

  1. Start
  2. Profil / Chronik
  3. Freunde
  4. Posteingang
  5. Benachrichtigungen
  6. Kontoeinstellungen
  7. Privatsphäre
  8. Über uns
  9. Nutzungsbedingungen

Lernschwächen

Die Nutzung sozialer Netzwerke ist auch für Menschen mit Lernschwächen oder Lernbehinderungen möglich. Allerdings erfordert die virtuelle Teilhabe ein wenig Zeit, denn Facebook besticht nicht durch Formulierungen in leichter Sprache (wie sie u. a. vom Netzwerk Leichte Sprache gefordert wird). Leichte Sprache soll im Allgemeinen die Verständlichkeit von Texten für jeden Leser vereinfachen – eine Forderung von der sich auch der ein oder andere Journalist gern eine Scheibe abschneiden kann. Wenn auf Fachbegriffe und Anglizismen nicht verzichtet werden kann, stehen teilweise aber auch Nutzer ohne Lernschwierigkeiten vor Problemen. Wer Verständnisprobleme hat, muss vor allem nach den ersten Logins ein wenig mehr Zeit mitbringen, findet sich dann aber schnell zu Recht.

Förderung der Teilhabe am sozialen Leben

Nachdem wir also festgestellt haben, dass Facebook sicher nicht umfassend barrierefrei aber dennoch auch für Menschen mit Einschränkungen zugänglich ist, drängt sich die Frage auf, ob die inklusive Teilhabe durch soziale Netzwerke gefördert werden kann.

Selbstbestimmung

Grundsätzlich kann davon ausgegangen werden, dass die Möglichkeiten der sozialen Netzwerke für jeden gleich sind. Dabei wird kein Unterschied zwischen Menschen mit Behinderung und Menschen ohne Behinderung gemacht, so dass jeder Nutzer von den vielfältigen Kommunikationsmöglichkeiten der Social Networks profitieren kann. Großer Vorteil der schriftlichen Kommunikation ist die zeitliche Unabhängigkeit, die es jedem Nutzer möglich macht sein eigenes Tempo, entsprechend seiner Fähigkeiten, zu wählen. Ebenso hohes Gewicht hat der Faktor „Selbstbestimmung“, denn auch mit fortgeschrittener pädagogischer Entwicklung und dem Paradigmenwechsel im Bereich der Behindertenhilfe sind viele Menschen mit (geistiger) Behinderung häufig aufgrund ihres Unterstützungsbedarfs fremdbestimmt und werden (durch Eltern, Betreuer, Pädagogen) bevormundet. Im sozialen Netzwerk bestimmt der User selbst an welchem Inhalt er partizipiert (user-generated-content), wann er es tut und in welcher Form sich der Nutzer beteiligt.

Virtuelle Teilhabe

Jede Art von Social Media ist Orts-unabhängig zu bedienen und ermöglicht so die ungebundene virtuelle Teilhabe. Vor allem für den Kreis der mobilitätseingeschränkten Personen ist dieser Vorteil nicht von der Hand zu weisen. Während sich der deutsche Geschäftsmann über die Video-Konferenz mit Asien freut, ist es für den Rollstuhlfahrer aus Bielefeld schon ein Gewinn, wenn er nicht die Stadtbahn nutzen muss um zu einer Besprechung zu fahren (die Stadtbahn ist nur an einigen Haltestellen barrierefrei zugänglich). Auch Vorträge können online besucht werden, ohne des es hierzu unter Umständen einer Pflegekraft bedarf, die einen Menschen mit Behinderung bei der Vorbereitung unterstützt.

Rolle der Behinderung im virtuellen Raum

Wer kennt es nicht aus eigener Erfahrung oder aus eigenen Beobachtungen: Menschen mit Behinderung werden im Alltag anders behandelt als Menschen ohne Behinderung. Oft findet bei der Wahrnehmung einer Behinderung eine (bewusste oder unbewusste) Bewertung statt, die sich zum Beispiel in Form von Mitleid äußert. Wir gehen unterschiedlich miteinander um.
Im virtuellen Raum sind die meisten Behinderungen jedoch nicht gleich ersichtlich. Das ist nicht zuletzt davon abhängig, wie offen ein Mensch mit Behinderung selbstbestimmt mit seinem Handicap umgeht. Grundsätzlich wird durch den Einsatz sozialer Netzwerke ein unbefangener Umgang gefördert. Die Behinderung selbst ist im virtuellen Raum zunächst zweitrangig.

Inklusion statt Exklusion

Zusammenfassend ist festzustellen, dass soziale Netzwerke der Inklusion sicher dienlich sein können, da eine uneingeschränkte Teilhabe unabhängig von einer Behinderung grundsätzlich möglich ist. Eine vollständige Partizipation erfordert aber unter Umständen eine zeitintensive Auseinandersetzung mit den technischen Möglichkeiten der Social Networks. Dabei ist der barrierefreie Zugang von Facebook nur bedingt möglich, da die Vorraussetzungen für einen behinderungsunabhängigen Zugang nur eingeschränkt mit Hilfsmitteln gegeben sind. Unterstützung bieten Shortcuts oder der Besuch der „abgespeckten“ mobilen Facebook-Version.
Während die Inklusion in vielen gesellschaftlichen Bereichen an ihre Grenzen stößt, weil das gesellschaftliche Umdenken nicht flächendeckend stattfindet, besteht im Bereich der Social Media die Hoffnung, dass die Inklusion durch innovative Entwicklungen unterstützt werden kann. Oberstes Ziel sollte hier zunächst die Schaffung eines möglichst barrierefreien Zugangs sein.

[1] Roth, P. (2012). Fast 25 Millionen Nutzer in Deutschland – Aktuelle Facebook Nutzerzahlen für November 2012. Abgerufen am 23. November 2012 von http://allfacebook.de/news/nutzerzahlen-november-2012/ [2] Gesetz zu dem Übereinkommen der Vereinten Nationen vom 13. Dezember 2006 über die Rechte von Menschen mit Behinderungen sowie zu dem Fakultativprotokoll vom 13. Dezember 2006 zum Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen vom 21.12.2008. BGBl I S. 1419. [3] Vgl. Schwalb, H.; Theunissen, G. (Hrsg.) (2009). Inklusion, Partizipation und Empowerment in der Behindertenarbeit. Stuttgart: Kohlhammer 2009, S. 7