Von Kommunikationsstrukturen und ihren Reibungsverlusten

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„Der Caritas fehlt es an #followerpower„, vermutet mein geschätzter Kollege Markus Lahrmann jüngst im Blog der Caritas Webfamilie und in der Caritas NRW. Gleichzeitig zeigt Herr Lahrmann mit der Initiative der „Caritäter“ aber auch ein Positivbeispiel einer gelungenen Kampagne auf. Schauen wir uns die Kommunikation und den viralen Effekt der personalisierten Kampagne etwas genauer an, so stellen wir schnell fest, dass die Caritas Webfamilie sehr wohl über #followerpower verfügt. Jedoch werden die zur Verfügung stehenden digitalen Ressourcen oft nur ungenügend genutzt, sodass die interaktive Gestaltung des Kommunikationsprozesses gar nicht erst zustande kommt. Nicht die Trägheit der Masse ist verantwortlich für die Reibungsverluste, sondern die vorhandenen verbandlichen Kommunikationsstrukturen.
Wer innovative Prozesse mitgehen will, der muss bereit sein, sich auf Strukturveränderungen einzulassen. Für die obere Hierarchieebene bedeuten diese Veränderungsprozesse jedoch einen gewissen Kontrollverlust. Doch wer einen Mehrwert in den eigenen Mitarbeitern als Botschafter der Organisation und des Verbandes sehen will, der muss zunächst Vertrauen schenken. Vor allem das Community-Management muss dabei einen Vertrauensvorschuss erhalten. Das kostet Überwindung. Die interaktive Gestaltung der Kommunikation erfordert eine kurzfristige Reaktion 24/7. Während langfristige Redaktionspläne sicherlich noch mit der Geschäftsführung abgestimmt werden können, wird die zeitnahe Absprache von Kommentaren, Aktion und Reaktion dabei schon schwieriger.

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Es könnte so einfach sein

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Wer hat nicht schon einmal in einer Projektgruppe, einem Teamgespräch oder einer Diskussionsrunde gesessen und gedacht: „Es könnte alles so einfach sein.“ Wie oft kommt es vor, dass wir ein „Ja, aber…“ hören? Oder die dritte Zusammenfassung dessen, was die beiden Kollegen zuvor schon gesagt haben. Um sicher zu gehen, dass keine Störungen zwischen Sender und Empfänger vorliegen, fasst der Moderator am Ende am besten noch einmal zusammen – natürlich mit den eigenen Worten.

Je größer die Runde, desto größer offenbar auch der Drang zur verbalen Selbstdarstellung. Den Eindruck gewinnt man schnell, wenn man selbst schon lange unzufrieden abgeschaltet hat. Wie aber kann einer solchen Gesprächsentwicklung gegengesteuert werden? Verkleinern wir doch einfach die Gruppen: weniger Beteiligte bedeuten weniger unterschiedliche Meinungen. Weniger Meinungen reduzieren kontroverse Diskussionen. Reduzierter Diskussionsanteil birgt immer seltener emotionale Störungen und am Ende haben sich alle lieb! <3

Aber mal im Ernst: das kann doch nicht die Lösung sein! Im Gegenteil: meines Erachtens geht so die Ideenvielfalt verloren. Gerade kreative Projekte leben vom heterogenen Kollektiv. Das bedeutet nicht, dass Kleingruppen nicht effektiv arbeiten. Aber es wird schnell belastend, wenn sich das Arbeitsaufkommen auf wenige Schultern verteilt. Die Lösung muss also eine Andere sein.

Planung, Organisation, Zieldefinition, Struktur und Moderation sind in diesem Zusammenhang wohl die Schlüsselbegriffe. Was soll das Ziel der Projektgruppe sein? Wie soll in der Sitzung vorgegangen werden? Welche (zeitlichen) Ressourcen stehen zur Verfügung? Und wer hat im Teamgespräch die Fäden in der Hand? Natürlich stellt uns ein solches, geplantes Vorgehen vor neue Probleme, aber grundsätzlich dürften gemeinsame Absprachen und eine klar strukturierte Vorgehensweise am Ende zielführend sein. Und vor allem spart es Zeit und Nerven.