Ungeduldige Optimisten

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„Und was machst Du bei Bill Gates“, fragt mich eine Kommilitonin am vergangenen Mittwoch, als ich mich ins BASE_camp nach Berlin verabschiede. So genau weiß ich das zu diesem Zeitpunkt selber gar nicht. Was ich weiß: ich bin einer von 50 „ungeduldigen Optimisten“ #impatientoptimist, die eine persönliche Einladung zur Podiumsdiskussion mit Bill Gates in Berlin erhalten haben. „Germanys 50 most influental Social Media Users of NGO“, sollte Gates uns später nennen.

 

Digital Entrepreneur der NGO

Ich selbst würde nicht auf den Gedanken kommen, mich in diesen Kreis einzuordnen. Sind zu dieser Veranstaltung doch u. a. Vertreter des World Wide Fund For Nature, der Kampagnenorganisation ONE und namhafte Einzelpersonen, wie Raul Krauthausen oder Paula Hannemann eingeladen. Aber im Rahmen der Anmeldephase auf der Homepage der Melinda & Bill Gates Foundation konnte ich den 11. Platz im Ranking der #impatientoptimists erlangen. Wie vielen anderen ist es also auch mir gelungen, eine breite, digitale Masse auf die „ungeduldigen Optimisten“ aufmerksam zu machen und einzubinden. Und nichts anderes war der Hintergrund des Ranking-Verfahrens.

Die Podiumsdiskussion sollte sich also um die Möglichkeiten des technischen Fortschritts zur Verbesserung der Lebensverhältnisse vor allem in Entwicklungsländern drehen. Die Frage meiner Kommilitonin ist aus meinem beruflichen Kontext zunächst also vollkommen berechtigt. Und so mache ich mich nachdenklich mit gemischten Gefühlen auf den Weg nach Berlin: auf der einen Seite stolz Bill Gates persönlich kennenlernen zu dürfen und auf der anderen Seite beschäftigt mit der Frage, welchen inhaltlichen Mehrwert mir diese Veranstaltung bringen kann. Rückblickend weiß ich heute aber ganz genau, was mir mein Besuch in Berlin gebracht hat.

 

Recap

Nachdem ich zunächst noch relativ selbstkritisch mit meiner Einladung umgegangen bin, habe ich mittlerweile relativ klar, was mich zu einem impaltient optimist, zu einem ungeduldigen Optimisten, macht: meine Überzeugung davon, dass Social Media & Social Networks, das Web 2.0 und der allgemeine technologische Fortschritt einen grundlegenden Beitrag zur Inklusion von Menschen mit Behinderungen leisten können.

Allerdings wird das Potenzial bislang eher selten ausgeschöpft. Ein nennenswertes Beispiel ist die Wheelmap von Raul Krauthausen, eine Landkarte zur Barrierefreiheit von Gebäuden und Einrichtungen, die kollaborativ bearbeitet und ergänzt wird. Auf dieser Grundlage ist im Übrigen auch der barrierefreie Stadtplan für Münster entstanden. Hier werden die Daten jedoch zentral im Geodatenmanagement der Stadt zusammengetragen.

Sicher ist es ein einmaliges Erlebnis Bill Gates persönlich zu treffen, aber die Veranstaltung hatte mehr als nur einen prominenten Stargast: viele interessante Persönlichkeiten, die inhaltlich durchaus weit mehr zu sagen haben, als während der Podiumsdiskussion überhaupt möglich war. Das intensive und ausführliche Networking bleibt allerdings aus und ist wohl der Popularität des Hauptredners geschuldet. Trotzdem bieten sich Möglichkeiten zum Austausch und zum persönlichen Kennenlernen. Und so freue ich mich darüber u. a. Raul Krauthausen (Vorstand des Sozialhelden e. V. & Blogger), Tim Wellmanns (Founder & CEO Elefunds) oder Jörg Eisfeld-Reschke (Gründer u. Gesellschafter ikosom & Blogger bei sozialmarketing) persönlich kennengelernt zu haben. Auch in Zukunft wird’s hier sicher noch konstruktive Diskussionen und einen bereichernden Austausch geben.

Impatient Optimists

Ich bin gespannt, wie’s mit den #impatientoptimists in Zukunft weitergeht. Der Auftakt in Deutschland ist der Melinda & Bill Gates Foundation jedenfalls eindrucksvoll gelungen. Für Bill Gates ist die Podiumsdiskussion generell wohl eher ein Teil seiner Marketing Tour. Uns, die 50 ungeduldigen Optimisten, braucht er als Proxy um seine message in die Welt bzw. nach Deutschland zu tragen. Der Stiftung selbst stehen mit einem geschätzten Kapital von 32 Milliarden US Dollar alle Türen zur Verbesserung der Welt offen – was fehlt sind die Ideen. Daran werden die #impatientoptimists in Zukunft sicher weiter intensiv arbeiten.

 

Off topic

Bin ich jetzt Blogger? Nachdem Kai Dörfner in der vergangenen Woche auf Twitter die Frage nach der Definition eines Bloggers aufwirft, werde ich beim Mittagessen im Vapiano von @joergeisfeld als Blogger vorgestellt. Hintergrund ist unter anderem der letzte Post „Von Kommunikationsstrukturen und ihren Reibungsverlusten“ als Beitrag zur Diskussion der fehlenden #followerpower der Caritas und mein Artikel „Inklusion – das wäre doch gelacht!“ in der Huffington Post zur Podiumsdiskussion im Stift Tilbeck. War eine durchaus wertschätzende Rückmeldung – herzlichen Dank!

Und DAS muss für heute reichen…

P. S.: Einen etwas ausführlicheren Bericht und inhaltliche Auseinandersetzung von Maik Meid gibt’s hier.

 

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