Vom spotanen WhatsApp-Fasten

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40 Tage fasten, 40 Tage bewusster Verzicht, 40 Tage ohne WhatsApp. Was für mich zu Beginn der Fastenzeit noch nach einer großen Herausforderung klang ist heute, knapp sechs Wochen danach, kein Ding mehr. Im Gegenteil: rückwirkend betrachtet muss ich feststellen, dass mir nichts gefehlt hat. Aber wovon spreche ich hier eigentlich?

„WhatsApp deleted…“

Anfang des Jahres hat Maik WhatsApp gekündigt und gelöscht. Unglaublich. Unvorstellbar. Unmöglich. Dachte ich jedenfalls, als ich las warum WhatsApp nicht mehr auf Maik’s Handy zu finden ist. Ich meine: wir sprechen hier von Maik Meid. Dem Maik, der die Social Media lebt. Dem #impatientoptimist, der das Social Media Prisma vermutlich in Realtime skizzieren kann und dem ich nicht zuletzt meinen Kaffee mit Bill Gates verdanke. Früher oder später würde mich mein Smartphone sicher wieder mit einer Nachricht von Maik überraschen. Je mehr ich darüber nachdachte wann, wie häufig und wozu ich selbst den Messenger nutze desto überzeugter war ich, dass die Vorteile der Nutzung überwiegen. Doch irgendwas musste ja dran sein an der Überflüssigkeitserklärung, die Maik da in die Welt gesetzt hatte –  schließlich herrschte auch nach einigen Tagen immer noch absolute Funkstille. Und so entschloss ich mich zu einem tollkühnen Selbstexperiment: dem temporären WhatsApp-Verzicht während der Fastenzeit.

40 Tage ohne WhatsApp

Um es mir selbst während der sechs Wochen so richtig schwer zu machen legte ich noch einen drauf: weder WhatsApp noch Facebook sollten mich während der Fastenzeit auch nur ansatzweise beschäftigen. Mit einer kleinen Ausnahmen: während der Begleitung einer inklusiven Skifreizeit der Jugendbildungsstätte Nordwalde und des Diakonischen Jahres Westfalen wollte ich für die Familie per Videochat erreichbar bleiben. Anstatt eine zusätzliche App zu installieren habe ich an der Stelle auf WhatsApp zurückgegriffen. Gleichzeitig habe ich jedoch die App vom Startbildschirm entfernt und sämtliche Push-Benachrichtigungen abgeschaltet. Eine kurze Info per Statusnachricht an sämtliche Kontakte und schon konnte es losgehen.

Die ersten Tage hatte ich tatsächlich das Gefühl etwas wichtiges zu verpassen, nicht mehr up to date zu sein und lebenswichtige Informationen nicht auf dem Schirm zu haben. Doch es dauerte nicht lange bis ich selbst festgestellt habe, wie ich mein eigenes Kommunikationsverhalten verändert habe. Natürlich habe ich nicht angefangen wieder Brieftauben loszuschicken oder Rauchzeichen zu senden. Aber für Wichtiges oder auch mal Unwichtiges habe ich einfach mal wieder das Telefon in die Hand genommen. So ein persönliches Gespräch hat ja auch was. Zumal Du nicht erst warten musst bis zwei blaue Häkchen aufleuchten – meine Gesprächspartner haben in sämtlichen Fällen meine Sprachnachricht just-in-time erhalten und in der Regel sogar sofort reagiert. In keiner Situation war es notwendig eine „Kontroll-Nachricht“ nachzusenden, um sicher zu gehen, dass die erste Nachricht angekommen ist und verstanden wurde.

Steigerung der Lebensqualität

Ich habe mir den Verzicht auf Facebook und WhatsApp zu Beginn der Fastenzeit tatsächlich deutlich schwerer vorgestellt. Stattdessen habe ich aber relativ schnell festgestellt, dass der Verzicht tatsächlich einen Mehrwert bedeutet. Ein Mehr an Zeit, ein Mehr an Achtsamkeit und vor allem ein Mehr an Aufmerksamkeit statt einem Meer aus Nachrichten. Mir hat dieses Fasten extrem gut getan!

Trotzdem werde ich WhatsApp – im Gegensatz zu Maik – nicht vollständig von meinem Smartphone entfernen. Dazu bietet der Messenger am Ende dann doch zu viele Vorteile auf die ich ungern komplett verzichten möchte. Stattdessen wird es aber einen anderen Umgang mit der App geben: die Push-Nachrichten bleiben deaktiviert, das Icon mit all den ungelesenen Nachrichten im hinteren Menübereich. Allein das wird auch weiterhin ungemein entschleunigen.

WhatsApp-Icon mit 613 ungelesenen NachtichtenWas bleibt

Was bleibt sind über 600 Nachrichten, deren Relevanz sich aktuell noch nicht vollständig beurteilen lässt. Allerdings habe ich da so eine dunkle Ahnung was mich erwartet wenn ich WhatsApp am Ende der Fastenzeit öffne. Einen kurzen Moment wird mich der Catcontent sicherlich beschäftigen!? Von daher muss DAS für heute reichen…

Comment (1)

  1. Alter Schwede! #kopfschüttel Auch wenn ich den ersten Teil deines Beitrags lieber nicht gelesen hätte (hab immer noch Schnappatmung): Glückwunsch zum Selbstversuch! Das mit Facebook ist umso mehr bewundernswert, da ich dies tatsächlich (hauptsächlich aus beruflichen Gründen) nicht hinkriegen würde. Und ich gebe auch zu, dass ich gerade in handwerkliche Probleme gerate, da ich für einen Kunden eine größere WhatsApp Kampagne an den Start bringe. Aber auch dafür gibt es praktikable Umwege, ohne sofort wieder die App aufs Fon zu kriegen. Und auch ich muss nach mittlerweile 4 Monaten sagen, dass ich wirklich nichts vermisse und noch gar keine Situation hatte, irgendwas verpasst zu haben. In diesem Sinne, nächstes Jahr sind wieder 7 Wochen ohne. Tschakaa! Hab es gut!

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